Projekte – Referenzen

Hier finden Sie Beispiele unserer Arbeit:

Groß-Rohrheim, Evang. Kirche

Prospekt

Orgel von Dietz 1814, restauriert und rekonstruiert 1979 von Richard Rensch Orgelbau

Das Instrument ist derzeit wg. Kirchenrenovierung von uns verpackt und stillgelegt. (2016)

Die historische Anlage der Dietz-Orgel zu Groß-Rohrheim von 1814 stellt in ihrer Art ein Unikum dar. Um ihr den zugedachten Klang zu entlocken, sind einige Registrierregeln zu beachten:

1. Das ursprüngliche Werk ist einmanualig und von der oberen Manualklaviatur(II) aus anzuspielen. Das I. (untere) Manual ist ein Koppelmanual an welches das II. Manual in 16'-. 8'- oder 4'-Lage angekoppelt werden kann. Durch das Ziehen von zwei oder drei dieser Oktavkoppeln kann man bei gleicher Registrierung im II. Manual reizvolle Plenum-Abstufungen erzielen (Vorplenum verschiedener Stufen. Plenum). Zu beachten ist allerdings, dass es nicht zweckmäßig ist, die Zungenregister (Vox humana 16’, Trompete 8') in ein solches Plenum aufzunehmen, da der Wind aus den Transmissionsladen dazu konstruktionsbedingt nicht ganz ausreicht und die Orgel dann verstimmt klingt. Die Zungenstimmen sollten also nur bei „gewöhnlichem” Spiel im II. Manual registriert werden.

2. Später (1857) wurde der Orgel noch ein Unterwerk hinzugefügt. Dieses ist auch vom I. Manual aus anzuspielen. Dazu zieht man den Zug „UNTERWERK AN“. Die gleichzeitige Benutzung der Koppelmanual-Funktion des I. Manuals ist dabei nicht sinnvoll.

3. Auf dem II. Manual Spielt man das Hauptwerk direkt und in seinem vollen Tonumfang (80 Töne). Es ist zu beachten, dass die tiefste Taste dieses Manuals, auf die tiefste Taste des I. Manuals bezogen,wie ein Contra-C aussieht; jedoch bezieht sich die Angabe der Fußtonlagen der zum II. Manual gehörigen Register auf das erste C als ob es Groß-C wäre. So klingt also der Ton des Prinzipal 8' auf dieser vermeintlichen „Contra—C—Taste" wie in einer normalen Orgel auf Groß-C und der Ton auf Groß-C des I. Manuals klingt dann, wenn die Koppel „MANUAL 8'“ gezogen ist, wie das kleine c des II. Manuals, unter dem er ja auch liegt; insofern ist also die Bezeichnung „MANUAL 8’“ mißverständlich: sie bezieht sich nur auf die Lage der Tasten, nicht deren Tonhöhe entsprechend der Disposition! So gesehen müssten die Koppelzüge für das I. Manual eigentlich mit 8' — 4' — 2' anstatt 16' — 8' — 4‘ bezeichnet sein (immerhin erklingen nun mit „MANUAL 8'” auf dem I. Manual die vier 16'-Register Viola di Gamba. Groß Flauto. Bourdon und Vox humana als 8').

Dazu kommt noch, dass die Register teilweise „repetieren“. d. h. beim Spielen einer Tonleiter aufwärts nach einer oder mehreren Oktaven um eine Oktave zurückspringen, also eine Oktave tiefer klingen. So repetiert das Register Prinzipal Octave 4' bei g“ in den 8' und bei gis4 in den 16'! Octav 2' repetiert bei c' in den 4'. bei c2 in den 8' und bei g‘ in den 16' usw.

Die beiden 16'-Register Viola di Gamba und Groß Flauto repetieren umgekehrt. d. h. abwärts: der 16'—Ton beginnt beim zweiten c des II. Manuals. Nach unten hin wiederholt sich die Oktave von c bis h, oder anders gesagt, C-H klingt wie ein 8'. Als 16' klingen von C-H auf dem II. Manual nur die Register Bourdon und Vox humana.

4. Das Pedalwerk besitzt keine Manualkoppel, dafür aber eine Oktavkoppel. Ist sie registriert, so erklingt zum jeweils gedrückten Pedalton der tiefen Oktave(C-H) noch der Ton eine Oktave höher im Pedal dazu.

Ein schönes kräftiges Prinzipalplenum erhält man, wenn man im II. Manual einen 16' (Bourdon oder Groß Flauto), Prinzipal 8', 4', 3', 2', 1 3/5' und 1' zieht und das ganze dann mit den drei Manualkoppeln auf dem I. Manual spielt. Zöge man mehrere 16'-Register dazu oder eine der Zungen, so würde die Orgel konstruktionsbedingt verstimmt klingen (siehe oben).

Anders bei einer Weitchor-Registrierung (Flöten): Diese Register sind nicht so empfindlich in der Stimmhaltung, d. h.hier können auch mehrere 16'-Register zusammen gezogen werden.

Die Zungenstimmen verhalten sich wegen der physikalischen Gesetzmäßigkeiten (wie übrigens auch bei jeder anderen Orgel) bei Temperaturverschiebungen in der Stimmhaltung anders als die Labialregister: die Zungenstimmen halten nahezu ihre Tonhöhe, während der Rest der Orgel bei ansteigender Temperatur höher, bei absinkender tiefer wird. Deshalb müssen die Zungen vor jedem Einsatz auf ihre Stimmung geprüft und ggf. beigestimmt werden. Dieses Beistimmen der Zungen kann von einem versierten Organisten selbst oder auch (auf Bestellung) von Orgelbau Rensch vorgenommen werden.

Bei Beachtung dieser vorstehenden Grundregeln werden Sie viel Freude mit dem Groß—Rohrheimer Instrument und seinen vielen musikalischen Möglichkeiten haben.

Klaus-Wilhelm Rensch, Orgelbaumeister

Im März 1988

Disposition der Orgel:

Oberes Manual C-g5 (80 Tasten)
1. Principal 8' C-b1 im Prospekt, 1979,
Repetition bei gs3, gs4
2. Doppelt Flauto 8' 1979, C-fs° gedeckt,
Repetition bei gs3, gs4
3. Viola di Gamba 16' C-H 8', 1979, Holz
4. Groß Flauto 16' C-fs' 8', ab g' 16', Holz
5. Bourdon 16' Holz
6. Quint Flauto 6' Holz, Repetition bei g53, g54
7. Principal Octav 4' Repetition bei gs3, gs4
8. Quint 3' Repetition bei c3, gs3, gs4
9. Superoctav 2'  Repetition bei cl, c2, gs4
10. Terzia 1' 1979, Repetition be! c1, c2, c4
11. Octav 1' Repetition bei cl, c2, gs3, gs4
12. Trompete Bass/Diskant 8' Repetition bei gs3, ab gs4 labial
13. Vox humana Bass/Diskant 16' 1979 C-H 8', ab c° 16', Repetition bei gs4
Unterwerk (1857) i. Manual C-g3
14. Salicional 8' 1857, Holz, ab c° Metall,
c°-h1 Prospekt
15. Aeoline 8' 1979, C-H mit
Salicional
16. Gedackt 8' 1857, Holz
17. Spitzflöte 4' 1857
18. Waldflöte 2' 1979 (ältere Pfeifen)
Pedal C-c1
19. Principal Bass 8' C-cs° Prospekt, 1979
20. Violon Bass 8' Holz
21. Supp Bass 16' Holz
22. Posaunen Bass 16' Holz


Göppingen, kath. Pfarrkirche St. Maria

Orgel von E.F. Walcker 1852 nach Köngen geliefert.

1995 von Richard Rensch Orgelbau restauriert, rekonstruiert und nach Göppingen transloziert. Die Projektleitung lag bei Klaus Rensch. Von ihm wurde auch die Balgaufzugsanlage für vier neugebaute Kastenbälge konzipiert und umgesetzt, die seither die Orgel mit Wind versorgt. 2002 wurde das fehlende 26. Register, das Bassethorn, rekonstruiert und eingebaut. 

Das originale neugotische Gehäuse von Walcker war in den 1950er Jahren in Köngen schon durch eine „moderne“ Lösung ersetzt worden. In Göppingen entschied man sich dann nicht für eine Annäherung oder gar Rekonstruktion des Originals, sondern wiederum für eine moderne Lösung, hochwertig in Verbindung mit dem Emporengeländer ausgeführt von dem Bildhauer Franz Gutmann. Die Anordnung der Prospektpfeifen entspricht jedoch dem Original von 1852.

2009 wurden von uns die vormals als Gitterwerk ausgeführten Seitenwände durch massive Eichenwände ersetzt, um die Klangpräsenz des Instruments im Raum zu erhöhen.

Disposition:

I. Manual C-f3 II. Manual C-f3 Pedal C-f1
1. Salicional 16' 13. Principal 8' 22. Principal 16'
2. Principal 8' 14. Salicional 8' 23. Violonbaß 16'
3. Viola di Gamba 8' 15. Harmonica 8' 24. Subbaß 16'
4 Flöte 8' 16. Gedeckt 8' 25. Octavbaß 8'
5. Gedeckt 8' 17. Spitzfloete 4' 26. Violoncell 8'
6. Traversflöte 4' 18. Dolce 4' 27. Posaune 16'
7. Octave 4' 19. Flautino 2'
8. Gemshorn 4' 20. Cornett 2-4fach 2' Koppeln: II/I
9. Quint 2 2/3' c1 3f.-fs2 4f. I/P, II/P
10. Superoctav 2' 21. Bassethorn 8' vier Kastenbälge
11. Mixtur 5fach 2 2/3' mit Windschweller Aufzugsautomatik
12. Trompete 8'


Esslingen, Evang. Johanneskirche

Orgel von Richard Rensch 1959, II/24, mechanische Schleifladen, elektrische Registertraktur, 2 freie Kombinationen.

Die Orgel wurde von uns nach der Kirchenrenovierung 2014 gereinigt.

Frühere Orgelgeschichte:

1983 wurde die Orgel überholt und bekam drei neue Klaviaturen und Registerzugmagnete anstatt der Motoren Außerdem wurden erste Klangänderungen durch Nachintonation durchgeführt. 

1985 und 1993 Dispositionsänderungen. 


Disposition der Orgel heute:




Manual I – Koppelmanual
Manual II Hauptwerk C-g3 Manual III Schwellwerk C-g3 Pedal C-f1
1. Quintade 16 11. Gedeckt 8 20. Untersatz 16
2. Prinzipal 8 12. Viola da Gamba 8 21. Oktavbaß 8
3. Spitzgedeckt 8 13. Flötenprincipal 4 22. Singend Gedeckt 8
4. Oktave 4 14. Sesquialter 1-2f. 23. Choralbaß 4
5. Koppelflöte 4 15. Kleinprinzipal 2 24. Hintersatz 3f. 2 2/3
6. Quinte 2 2/3 16. Oktävlein 1 25. Fagott 16
7. Octave 2 17. Scharf 3f. 2/3 26. Musette 8
8. Waldflöte 2 18. Oboe 27. Clairon 4
9. Mixtur 4f. 2
10. Kopftrompete 8 Tremulant




Albstadt Ebingen, Evang. Martinskirche

Ebingen 1

Albstadt Ebingen, Evang. Martinskirche. Orgel von Richard Rensch Orgelbau III/51, 2002

Foto: Klaus Ditté

mechanische Schleifladen, elektr. Registertraktur, Setzer etc.

Künstlerische Gestaltung: Klaus Rensch, 2002

2009 ergänzten wir das vorbereitete Register Sifflet 1’ im Positiv.

Konzeption der neuen Orgel in der Ev. Martinskirche  Albstadt-Ebingen

Nachdem im Jahre 1999 die Überlegungen zur Rekonstruktion der originalen Anlage (Walcker op.1236 von 1906, gravierend verändert 1963) verworfen wurden, strebte man ein in sich  für den Jugendstilraum schlüssiges Gesamtkonzept an: Ein dreimanualiges Instrument mit klassischem Kern und expressiver romantischen Klangaussage aus süddeutscher Tradition heraus, das  sich einerseits an die Disposition von 1906 anlehnt, andererseits Ideen der elsässischen Orgelreform aufnimmt. 

Die neue Orgel erscheint als ein sowohl in der Höhe als auch in der Tiefe gestaffelter Gehäusekörper. Auf einem bogenförmig abgeschlossenen Untergehäuse ruhen einzelne, oben halbrund abgeschlossene Türme mit vorgelegten Medaillons, die künstlerisch gestaltet wurden und die Orgel mit den „7 Schöpfungstagen“ schmücken. Die Türme selbst werden durch Wölbungen in der Tiefe  werkweise zusammengefasst. Die Gestaltung strahlt durch das Verhältnis Höhe : Breite Ruhe aus. Durch die Grundformen und ihre Dimensionierung fügt sich diese Orgel nicht nur nahtlos in den Kirchenraum ein, sondern schmückt diesen auch mit ihrer Ornamentik. Im Prospekt klar ablesbar sind das Hauptwerk mit Principal 16' und Principal 8', links und rechts des Positives, welches in der Mitte angeordnet wurde und vor dem der Prestant 8' mit etwas Überlängen steht. Hinter diesem vorderen Gehäuseteil ist - bündig mit dem Turmeinschnitt - das Schwellwerk und das Kleinpedal angeordnet. Ganz hinten stehen die Pfeifen des Großpedals. 

Mit 48 klingenden und 4 zum späteren Einbau vorbereiteten Registern stellt die Orgel ein breite und vielfältige Palette an Klangfarben und Mischungsfähigkeiten vom zarten Pianissimo bis zum kraftvollen Tutti bereit. Als klangliches Rückgrat steht im Hauptwerk vom  Principal 16' bis zur Mixtur V auf 2' das große Plenum. Die abgestufte Variante findet sich im Schwellpositiv vom  8' bis zur Mixtur IV 1 1/3'. Die „romantisch-streichende“ Modifikation befindet sich im III. Manual mit Geigenprincipal 8', Fugara 4' und Harmonia aetheria III. Das Fundament für dieses Plenum bildet das Pedal mit dem gedeckten 32' untersetzt. Streicherstimmen (Viola, Vox coelestis, Salicional, Viola da Gambe, Violon) sind in jedem Werk ebenso vorhanden, wie verschiedene Flöten vom 16' bis zum 2'. Außerdem verfügen alle 3 Manualwerke über zusammengefasste oder zerlegte Cornette zur färbenden, solistischen oder stützenden (Zungen) Funktion. Die Zungenstimmen - als Trompete, Posaune oder Klarine kraftvoll, als Oboe und Klarinette cantabel oder weich - sind aussagekräftige Solisten und verleihen dem Gesamtklang der Orgel Kraft und Gravität. Die typische Verbindung von Basson 16' und Trompette harmonique 8', Oboe 8' und Clairon 4' im Schwellwerk des dritten Manuales ist für die gesamte französische Musik seit 150 Jahren von fundamentaler Wichtigkeit. Die Klangpalette des III. Manuales wird durch die durchkoppelnde Subkoppel merklich erweitert. 

Zur Kunstgestaltung am Prospekt der Ebinger Orgel

„Die Orgel wird in ihrem Kopfteil von sieben Kreisen geschmückt. Es hätte für ein Musikinstrument  wie die Orgel kaum einen sinnigeren Schmuck geben können. Denn die Siebenzahl ist von weitreichender Symbolik. Sie kann nicht nur die sieben Tugenden und Untugenden, die Wochentage, und durch die Kugelform sehr naheliegend vor allem die sieben Planeten der vormodernen Astrologie: Mond, Merkur, Sonne, Mars, Jupiter, Saturn und Venus bezeichnen, sondern auch die immer wieder kehrende Erinnerung an die sieben Schöpfungstage. Der Schmuck der Orgel assoziiert eine Verbindung von Musik und Kosmos. Diese Verbindung ist eine sehr alte und spricht sich aus etwa in dem Wort Sphärenharmonie. Es besagt nicht nur eine wie auch immer zu verstehende Geordnetheit des Kosmos, dass alles irgendwie gut ist, sondern ist vielmehr Ausdruck einer mathematischen Erschließung und Berechnung des Kosmos. Seit der Entdeckung des Pythagoras, dass eine nach mathematischer Gesetzmäßigkeit geteilte Strecke bestimmten harmonischen Gesetzmäßigkeiten gleich ist, gilt die Vorstellung, dass der Kosmos, die Ordnung der Welt nicht nur mathematisch, sondern auch musikalisch fasslich ist. Das kommt nur uns heutigen abwegig vor. Denn bis in dieses Jahrhundert galt die Musik nicht nur als eine rein künstlerische, virtuose Beschäftigung, sondern als Wissenschaft. Sie stand der Mathematik gleichwertig zur Seite, war Schwesterdisziplin, wenn es darum ging, die Ordnung der Welt klar und deutlich zu beschreiben – übrigens findet man auch heute in der zeitgenössischen Astronomie noch das Phänomen von der Verbindung von Mathematik und Musik zur Erfassung kosmischer Phänomene: die konstant sich wandelnden Formationen des Asteroidengürtels lassen sich nach den Gesetzen unseres Oktavsystem beschreiben. Die Malerei übrigens hat sich der Darstellung der Orgel und der Musikinstrumente besonders dann bedient, um zum einen jene Sphärenharmonie zum Lob Gottes darzustellen als auch sich selbst als eine nach Maß und Zahl arbeitende Wissenschaft auszuweisen, um sich von bloßen Handwerk zu emanzipieren hin zur freien Kunst.“

Dieses Zitat des Kunsthistorikers Bernhard Stumpfhaus, Heilbronn, aus der Einführungsrede zur Ausstellung (K.-W. Rensch) „Hochdruckrhythmen“, die 2002 in Heilbronn stattfand, drückt sehr treffend die tiefe Sinnhaftigkeit eines Prospektentwurfes aus, die man erreichen kann, wenn man sich an klassische Grundprinzipien hält und diese mit sicherem Gespür intuitiv für eine gegebene Situation im Angesicht des „Zeitgeistes“ interpretiert. Diese herausragende Grundkomposition durfte durch „Sieben Schöpfungstage“ in den sieben Kreisfeldern verziert werden.

Klaus und Christhard Rensch

Disposition der Orgel:

HAUPTWERK (I. Manual) POSITIV (II. Manual, SCHWELLWERK (III. Manual)
  C-a3   im Schweller) C-a3 C-a3
  1. Principal 16' 13. Principal 8' 26. Lieblich Gedeckt 16'
  2. Principal  8' 14. Salicional 8' 27. Geigenprincipal 8'
  3. Flute harmonique  8' 15. Rohrflöte 8' 28. Gedeckt  8'
  4. Gedeckt 8' 16. Principal 4' 29. Flauto amabile 8'
  5. Viola da Gamba 8' 17. Gedeckt 4' 30. Viola 8'
  6. Octave 4' 18. Sesquialter II 2 2/3' 31. Vox coelestis ab c 8'
  7. Hohlflöte 4' 19.  Flöte  2' 32. Fugara 4'
  8.  Quinte  2 2/3' 20. Octave 2' 33. Traversflöte 4'
  9. Octave 2' 21. Quinte  1 1/3' 34. Nasard 2 2/3'
10. Mixtur V 2' 22. Sifflet  1'  35. Flautino 2'
11. Cornett V ab g 8' 23. Mixtur IV 1 1/3' 36. Terz 1 3/5'
12. Trompete 8' 24. Clarinette 8'    37. Harmonia aetheria III 2 2/3'
25. Carillon  (vorbereitet) 38. Basson 16'
PEDAL C-f1 39. Trompette harmonique 8'
42. Untersatz 32' 40. Oboe  8'
43. Principalbaß 16' 41. Clairon  4'
44. Subbaß 16'
45. Octavbaß 8'  TREMULANTEN: für die Manuale  II, III
46. Violon 8'  
47. Gedecktbaß 8'  KOPPELN: II/I, III/I, III/II; Sub III/III (durchkoppelnd). I/P, II/P, III/P.
48. Oktave 4'
49. Hintersatz IV  2 2/3'  
50. Posaune 16'
51. Trompete 8'
52. Klarine 4'


Darmstadt, Evang. Stadtkirche

Erbaut von Werner Bosch 1961, Opus 227

Das Instrument war in den 1980er Jahren von Bosch schon leicht in der Disposition verändert worden. 2006 wurde es von Richard Rensch Orgelbau umfassend saniert. Folgende Arbeiten wurden durchgeführt:

Ausreinigung

Prospektsanierung (die großen Pfeifen mussten stabilisiert werden)

Neue Ventilbeläge

Neue Pulpeten

Registerzugmotoren überholen

Neugarnierung und Überholung der Klaviaturen

Spielart verbessern – Trakturumbau ( die Traktur des Oberwerks wurde von Seilzug auf Holzabstrakten mit Abspannung umgebaut. Das Brustwerk wurde komplett neu angelegt und auf neue Laden gesetzt)

Geräuschdämpfung Windanlage

Verbesserung der Zugänglichkeit der Orgel (Hauptwerk samt Horizontalzungen nach vorne geschoben, neue breitere Stimmgänge und Leitern)

Klangverbesserung durch Winddruckerhöhung. 

Neuintonation



Die Orgel wird von Klaus Rensch betreut und hat heute folgende Disposition:

Hauptwerk C-g3 Oberwerk C-g3 Brustwerk C-g3
1. Gedaktpommer 16' 13. Holzgedakt 8' 26. Quintade 8'
2. Principal 8' 14. Flöte 8' 27. Spitzgedakt 8 '
3. Spitzflöte 8' 15. Principal 4' 28. Holzprinzipal 4 '
4. Octave 4' 16. Rohrflöte 4' 29. Spitzflöte 4 '
5. Prinzipalquinte 2 2/3' 17. Nasard 2 2/3' 30. Prinzipal 2'
6. Koppelflöte 4' 18. Oktave 2' 31. Quintflöte 1 1/3'
7. Oktave 2' 19. Waldflöte 2' 32. Sifflöte 1'
8. Schwiegel 2' 20. Terz 1 3/5' 33. Salicional 8’
9. Cornet 5fach 21. Prinzipalquinte 1 1/3' 34. Musette 8'
10. Mixtur 5fach 22. Scharff 4fach 35. Schalmei 4'
11. Trompete 8' 23. Dulzian 16' -Tremulant-
12. Spanische Trompete 8' 24. Fagott/Oboe 8'
25. Helltrompette 4'
-Tremulant-
Pedal C-f1
36. Principal 16' Koppeln: I/II, I/III, II/III,
37. Subbaß 16' P/I, P/II, P/III
38. Quintbaß 10 2/3' mechanische Spieltraktur
39. Bassflöte 8' elektrische Registertraktur
40. Harfenprinzipal 8' Schleifladen
41. Choralbass 4' Zungen- und Handregister abschaltbar
42. Rohrgedakt 4'
43. Nachthorn 2'
44. Rauschwerkmixtur 2fach
45. Mixtur 3fach
46. Posaune 16'
47. Cornet 2'
48. Basstrompete 8'
49. Dulzian 4'

Beuren

beurenguntherseibold

Die Orgel der evang. Nikolauskirche Beuren von Johann Victor Gruol 1839. 

Foto: Gunther Seibold

2014 führten wir eine Ausreinigung und Generalüberholung der Orgel durch. Die Rekonstruktion des Instruments wurde 1979 von Richard Rensch durchgeführt; eine der ersten Arbeiten, bei denen Klaus Rensch als Geselle mitwirkte. Diese  war damals durch Umbauten (Pneumatisierung) soweit verändert, dass sie außer am Gehäuse, nicht mehr als Gruol-Orgel zu erkennen war. Für die Rekonstruktion des Hinterwerks konnten als Basis Teile einer erhaltenen, einmanualigen Gruol-Orgel aus der damals nicht mehr benutzten Kirche von Reutlingen-Sondelfingen, verwendet werden. Hier Ausschnitte eines Textes von Richard Rensch dazu:

»Die erhaltene Grundsubstanz - Gehäuse und Pfeifen von ca. 12 von 19 Registern - stammt von Johann Viktor Gruol, dem Jüngeren 1839 (der Vater war vier Jahre vorher gestorben). Die vollständige Disposition der Orgel ist uns durch einen von der Fa. Walcker in Ludwigsburg 1848 aufgestellten Kostenanschlag für eine „Entstaubung“ der Orgel überliefert. Zwar war von der Technik der Orgel von 1839 (Spieltisch, Traktur, Windladen, Gebläse) nichts mehr erhalten, jedoch ergaben sich im Inneren des Gehäuses ausreichende Anhaltspunkte in Form von abgesägten Stützen und Verbindungsteilen, die im Zusammenhang mit den erhaltenen Registern und der Anordnung der Prospektpfeifen eine Rekonstruktion der Hauptwindlade bis ins Detail hinein ermöglichten.

Disposition der Orgel in der Nicolauskirche zu Beuren nach der von Johann Victor Gruol d. J. 1839 erbauten Orgel unter Verwendung von Teilen der vom gleichen Meister für die alte Kirche in Reutlingen-Sondelfingen 1834 erbaute Orgel

I. Manual, C-f 3 II. Manual, C-f 3
1. Prinzipal  8' 11. Principal  4'*
(C-e" Prospekt) 12. Octave  2'*
2. Viola di Gambaba  8' 13. Salicional  8'
(Prospekt Dis-c) 14. Dolce  4'
3. Octave   4' 15. Mixtur III-IV   1/3'
4. Quintflöte  5 1 / 3 ' 16. Gedeckt  4'
5. Mixtur IV  2'+Terz 4/5', 1 3/5' 17. Coppel  8'
(als Einzelzug) 18. Harmonika  8'
6. Octave  2' 19. Cornet  2 2/3' + 1 3/5'
7. Traversflöte  4' Kanaltremulant
8. Coppel  8'
9. Bourdon  16' Pedal, C-f1
10. Liebl. Principal  8' 20. Posaune   16'
(früher: Principalbaß 16')
21. Violonbaß  16'
Ventilkoppeln I+II/Pedal 22. Octavbaß  8'
Manualkoppel II/I 23. Subbaß  16'
24. Oktave  4'*
Zwei Spanbälge 25. Mixtur III 2 2/3'*

Aus der Beurener Orgel von Gruol stammen, teilweise ergänzt, folgende Register: Nr. 1, 3, 5, 8, 10; 12, 13, 14; 19.Aus der Sondelfinger Orgel von Gruol stammen folgende Teile: Windladen II. Manual und Pedal für Register 20-23, Subbaß, Octavbaß, 1 Wellenbrett, Trakturteile. Folgende Register sind Nachbauten nicht mehr vorhandener Gruol-Register: 2 (Link 1922 und Rensch 1979) 7 (Walcker 1944) 4, 9, 18 (Rensch 1979) 17 (Weigle ca. 1950) Die mit * bezeichneten Register sind zur Originaldisposition von Beuren (Gruol 1839) hinzugefügt.

Wertvolle Hinweise bezüglich Spieltisch und Anordnung der Register ergab das Vorbild der 15 Jahre früher von Vater und Sohn Gruol für Bissingen/Teck erbauten, zweimanualigen Orgel, deren Hauptwerk fast die gleiche Disposition wie die des Beurener Hauptwerkes aufweist.

Das Hinterwerk war als Echowerk disponiert und besaß nur leise 8'- und 4’ Register. Damit war von vorn herein eine stilistische Einschränkung der Orgel festgelegt, die der „neuesten musikalischen Mode“ der Erbauungszeit entsprach. Das Hauptwerk in seiner noch ganz klassischen Disposition ist aber durchaus, als Basis für ein eigenständig korrespondierendes und alternierendes zweites Manualwerk tauglich. Ein glücklicher Umstand schuf die Voraussetzung für eine solche klangliche Erweiterung, die nicht nur die Originaldisposition unangetastet ließ, sondern darüber hinaus die Beurener Orgel um weitere wichtige Originalteile von Gruol bereicherte. Die Gemeinde Beuren konnte noch vorhandene Teile einer von Gruol 1843 für die (heute nicht mehr benutzte) alte Kirche in Reutlingen-Sondelfingen erbauten Orgel erwerben. Diese Orgel war einmanualig mit Pedal. Die Manuallade enthielt den Platz für folgende Register (Pfeifen waren nur noch von den angekreuzten [*] Registern vorhanden):

Sondelfingen:  Originaldisposition Beuren II.Manual
Principal  4'
Octave  2'
Salicional  8' Salicional  8'
Dolce 4' Dolce  4'
Mixtur III  2'
Leere Schleife
Gedeckt  4' Gedeckt  4'
*Coppel  8' Coppel  8'
*Liebl. Principal  8' (Holz) Harmonika   8' (Holz)

Nun wurden die auf die Sondelfinger Lade gehörigen Register Principal 4', Octave 2' und Mixtur III als Ergänzung der Beurener "Nebenwerks"-Disposition hinzugebaut, die von Gruol angelegte Leerschleife wurde mit einem „Cornet“ 22/3'+13/5'  (in Anlehnung an das Bissinger Vorbild, wo sich ein „Cornet“ 2'+1 3/5' im Hauptwerk befindet) besetzt, auf die Schleife des Liebl. Principal 8' kam die Harmonika 8'.

Die Pedallade enthielt folgende Register (C-c', 25 Töne)

Sondelfingen  Originaldisposition Beuren
Principalbaß  16' (Holz)
*Octavbaß  8' (Holz) Violon Baß 16' (Holz)
*Subbaß 16' (Holz) Octavbaß 8' (Holz)
Leere Schleife  *Subbaß 16' (Holz)

Die leere Schleife wurde mit Oktave 4' besetzt. Für den Violonbaß 16' wurde hinter die alte Sondelfinger Pedallade eine neue Lade gebaut; anstelle des nicht mehr vorhandenen Principalbaß 16' wurde (nach dem Vorbild Bissingen) eine Holzposaune 16' in voller Länge gesetzt. Diese neue Lade erhielt den heute gebräuchlichen Umfang C-f' (30 Töne). Die außenliegenden Kanzellen von cs1 - f1 und d1 - e1 wurden bis zur Vorderkante der alten Sondelfinger Pedallade verlängert. Somit umschließt die neue Lade die alte Gruollade U-förmig und es wurde die Erweiterung des Umfanges der Sondelfinger Lade bis f' ermöglicht, ohne historische Substanz irgendwie zu verändern.« 

Es wurde zwar keine historische Substanz verändert, aber rekonstruiert wurde ein „Bach-taugliches“ Pedalwerk mitteldeutscher Prägung (siehe Disposition heute), was sicher die Alltagstauglichkeit erhöht aber aus heutiger Sicht vermutlich als Nachwehen der Orgelbewegung angesehen werden wird.  » […]Die Erweiterungen des Originalzustandes durch den Einbau der Sondelfinger Originalteile dürfte in dieser Form einmalig sein und - ohne verändernden Eingriff in die Originalkonzeption - eine über die Darstellung des ursprünglichen enger begrenzten musikalischen Stilbereiches hinausgehende Verwendung eines Orgelklanggutes ermöglichen, wie es in seiner Eigenständigkeit und dieser Zeit- und Stilgebundenheit heute selten anzutreffen ist.«

Bad Wimpfen, Ritterstiftskirche

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Das Instrument wurde 1997 von der Fa. Vleugels gebaut. Die Kirche befindet sich in der Nähe des Neckars und ist feucht, kühl und relativ dunkel. Dadurch hatte der Schimmel leichtes Spiel. Inzwischen ist eine automatisch gesteuerte Querlüftungsanlage eingebaut und es besteht die Hoffnung das Innenklima deutlich zu verbessern. Oktober / November 2013 führten wir eine Sanierung des Schimmelbefalls in Verbindung mit einer Generalreinigung und Nachintonation durch.

Die Orgel wurde zerlegt, saniert und wieder zusammengebaut. Der Schimmelbefall wurde mechanisch entfernt, alle Teile wurden desinfiziert und gegen Neubefall imprägniert. 

Das Instrument ist in zwei Gehäusen untergebracht. Auf einem Lettner sitzt in einem neugotischen Gehäuse von 1903 ein Echo- und ein Positivwerk, das teilweise mit Registern der ehemaligen Orgel von Carl Schäfer (Heilbronn) besetzt ist. An der Nordwand des Querschiffes hängt frei ein großes 16‘ Gehäuse von Vleugels (1997) in dem Hauptwerk und Pedal, teilweise mit Transmissionen untergebracht ist. HW und Pedal sind elektrisch angesteuert. Das Instrument hat 35 Register.

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Arbeiten an der elektrischen Traktur des Hauptwerks/Pedals

Affaltrach

Pfeifenwerk

Die Orgel in der Kath. Kirche St. Johann Baptist in 74128 Affaltrach wurde um ca. 1900 von der Fa. Späth, Ennetach erbaut. Sie hat mechanische Kegelladen. 1959 fand ein Umbau mit Dispositionsänderung und Erweiterung statt. 1992 und 2009 wurde das Instrument ausgereinigt und überholt. Der Zustand von 1959 wurde beibehalten.


Disposition original ca. 1900:


I. Man C-f3

1. Principal 8

2. Gambe 8

3. Gedeckt 8

4. Oktave 4

5. Mixtur 2 2/3, 2, 1 3/5


II. Man C-f3

7. Flöte 8

6. Salicional 8


Pedal C-d

8. Subbass 16


Zustand 1959 (heute):


I. Man C-f3

1. Principal 4 C-fs Prospekt Zink, Rest 1959

2. Salicional 8 alt aus II, original

3. Gedeckt 8 original in situ

4. Nachthorn 2 1959 neu

5. Mixtur 3f. 1 1/3 1959 neu


II. Man C-f3

6. Terzian 2f.1959 neu

7. Oktave 1 1959 neu

8. Principal 2 1959 neu

9. Holzflöte 8 original in situ

10. Rohrflöte 4 1959 neu


Pedal C-d'

11. Subbass 16 original in situ

12. Choralbass 4 C-f Prospekt Zink, Rest 1959 (pneumatisch).


Winddruck: 75 mm WS, a=440 Hz bei 18°C


© Klaus Rensch 2016